Das iPhoneX zu kaufen ist doch verrückt!

Psychologisch gesehen finde ich die Reaktionen der Menschen, denen ich erzähle das iPhoneX bestellt zu haben, faszinierend. Es ist Unverständnis oder manchmal auch ein mitleidiges Kopfnicken. Wenig ernsthaft, aber dennoch sorgend, wird mir Unzurechnungsfähigkeit unterstellt. Selbst reflektierend komme ich zu der Erkenntnis, Sie haben alle Recht! Hallo, meine Name ist Sebastian und ich habe das Stockholmsyndrom. So, jetzt ist es raus. Mein Geiselnehmer, die Firma mit dem angebissenen Apfel.

Ich hege nicht nur Zuneigung, sondern bin gefangen in der Sympathie der prognostizierten Produktzyklusschleife. Ich bereite mich vor, lege Geld zurück und überlege die richtige Strategie. Ich gehörte zu den Klickern, die 9.01 Uhr am ersten Verkaufstag den virtuellen AppleStore terrorisiert haben, in der Hoffnung das iPhoneX zumindest noch in diesem Jahr bekommen zu können. Damit war ich nicht allein, aber diese Tatsache macht es schlimmer und nicht besser.

Ich war in der Lage, den Bestellprozess um 9.06 Uhr abzuschließen und musste nun nur 3 Wochen warten – verrückt.

Meine Liebe zu digitalen Assistenten lässt in mir Paranoia wachsen. So befürchte ich, mein iPhone6 wäre so intelligent den Bestellvorgang mitbekommen zu haben. Seit genau diesem Tag, hält der Akku nur noch 2 Stunden bis zur nächsten Ladung. Selbst meine halbherzige Entschuldigung gegenüber dem Gerät hat diesen Zustand nicht korrigieren können.

Ich starte also gegenüber der Gesellschaft einen weiteren Rechtfertigungsversuch, meine Entscheidung zu legitimieren. Mein Kampfwort „Poweruser“. Genau genommen, bin ich ein nicht richtig fertig therapierter Poweruser. Als solcher, stören mich Dinge. Wenn das System nicht schnell genug reagiert, nicht alle Fotos verfügbar sind oder ich 30% länger auf das öffnen einer App warten muss als andere. Ich sehe den Unterschied zu OLED-Displays. Ich rede seit meinem iPhone4s mit Siri, die mich zu oft ignoriert. Das Foto, dass ich nicht mehr rechtzeitig mache, weil die Fotoapp noch startet. Ich will die Zukunft heute. Ich habe versucht das weg zu meditieren. Die Wahrheit ist aber, ich will es garnicht. Dazu kommt die schwarzmalerische Sicht der Dinge. Wenn meine zukünftigen Smartphones jedes ca. 3 Jahre halten wird, sprechen wir über 10 – 15 Geräte die ich noch besitzen werde. Warum also Kompromisse eingehen 😉 .

Also ja, es ist verrückt. Aber, um Sheldon aus „The Big Bang Theory“ zu zitieren. „Was wäre das Leben ohne Schrullen?“.

Der Weg und das Kiel

Manchmal wird mir die Verantwortung und Ehre zu Teil, meinen geregelten Lebensablauf gegen eine Mischung aus netzwerken und arbeiten mit einer Prise Freizeit zu tauschen. Es war ein Wochenende der Schlagworte. “Schwedenkai”, “Projekt”, “Magic Color”, “Scouten” und “Pitchen”. Das Reiseinstrument der Wahl, war mein treuer, geschäftlich orientierter Franzose mit dem glänzenden Löwen. Er beherbergte mich, nebst diversem Gepäck, und einem neu erworbenen Thermo-Kaffeebecher, der an diesem nassen Morgen mein bester Freund war. Immer wieder suggerierte mir mein Körper einen Gedanken: “Ich will mich noch einmal rumdrehen”. Praktischer Weise wurde er mehr und mehr von einer heißen koffeinhaltigen Flüssigkeit in die Schranken gewiesen.

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Bauer-Sucht

Ja, ein gewöhnlicher Montag Abend. 12 herrliche Stunden in der Berufung mit anschliessender Berieselung durch einen äußerst schmackhaften Mate-Tee und diesem merkwürdigen Fernsehformat. Mehrere Synapsen schreien: “Netflix!!! Netflix!!!”, andere wiederum flüstern “Breaking News – nimm den Kindle” – aber nein, meine passive Entscheidung lag zu Gunsten von 100 Ziegen und einer ausführlichen Erklärung eines nicht näher genannten Besamungsprozesses.

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Chillen n´Chili

Es war so ca. vor 12 Monaten, als ich mir sagte: “So, lieber Freund kann es nicht weitergehen”. Meine Gelenke muteten an, die Flexibilität und Geschmeidigkeit von Schmirgelpapier zu imitieren. Ja, der Bewegungsapparat war wohl etwas in Aktivität zu versetzen. Ganze 12 Monate später ist die Unförmigkeit auf einem Level, welche mein Spiegel mit ironischen Lachem interpretierte. Die Bücher der Achtsamkeit im Hinterkopf aufbewahrend, beschloss ich meinen Alltag etwas stärker zu fokussieren.

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